Alle Artikel in: Elternzeit

Treffpunkt Spielplatz – Freundschaften unter Familien

Jeden Sonntagabend reflektiere ich über die vergangene Woche und notiere, was ich erlebt habe. Häufig schreibe ich dann so etwas wie „Treffen mit Familie x“, „Geburtstagsfeier bei Familie Y“ oder „Treffen auf dem Spielplatz mit Familie Z“. Wenn ich das dann so gebündelt lese, scheint mein Leben sehr gesellig und sozial zu sein. Und dennoch spüre ich in meinem Herzen eine tiefe Sehnsucht nach Beziehungen und Gemeinschaft. Wie passt das zusammen? Manchmal in der Mittagspause oder an unverplanten Nachmittagen fühle ich mich einsam, trotz Mann und Kindern um mich herum. Ich würde mich eigentlich eher als introvertierten Menschen beschreibe, der viel Zeit für sich allein und auch viel innerliche und äußerliche Ruhe braucht. Doch seit ich in Elternzeit bin und meine „Gesprächspartner“ die meiste Zeit des Tages unter einem Meter groß sind, sehne ich mich überraschend oft nach Gemeinschaft und Austausch mit anderen Erwachsenen. Wer meinen meist recht gut ausgebuchten Terminplaner mit all den Spieltreffen, Mutti-Kind-Gruppen und Familienkaffees sieht, wird sich darüber wundern – da gibt es doch jede Menge Möglichkeiten, sich mit „großen“ Leuten …

Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden

Die Zeit um den Jahreswechsel herum ist für viele eine Zeit für Rückschau und Ausblick. Wieso mich das dieses Jahr besonders herausgefordert hat und was letztlich dabei herausgekommen ist, davon gibt es hier einen kleinen Einblick. Kurz vor Silvester werde ich fast jedes Jahr ein bisschen melancholisch. Silvester-Blues nenne ich das Ganze. Es ist eine Zeit des Zurückblickens. Man zieht ein Fazit über das vergangene Jahr: Was war gut, was weniger gut? Was möchte man beibehalten, was gern ändern? Dieses Jahr fiel mir der Rückblick besonders schwer und ich drückte mich eine ganze Weile lang davor. Es war ein herausforderndes und schwieriges Krisenjahr, für viele von uns. Ich hatte das Gefühl, außer Schwierigkeiten hatte es in meinem eigenen Leben nicht viel gegeben. Doch als ich genauer hinschaute und mein Augenmerk vor allem auf das Positive richtete, merkte ich: Das stimmte nicht! Da waren so viele Lichtblicke. So viele vor allem kleine und auch ein paar große Momente, auf die ich mit Freude und Dankbarkeit zurückblicken durfte. Und da, wo ich eigentlich nur Stillstand vermutet hatte, …

Die euphorische Stunde

Heute Morgen kroch ich in aller unchristlicher Frühe diesem dritten Januartag entgegen, der sich wenig freundlich und einladend zeigte, wahrscheinlich war er auch noch müde. Ich erweckte Kinder zum Leben, eine wundersame Leistung biblischen Ausmaßes, nötigte Pausenbrote in Dosen und den Hund nach Draußen. Ich erinnerte an Fahrkarten, Schlüssel und verarztete eine lädierte Hand und einen lädierten Kopf. Vor der Haustür finsterste Schwärze. „Kein Wunder!“, maulte ich mitten hinein in`s schönste Durcheinander, „kein Wunder, dass Neujahrsvorsätze die erste Woche nicht überleben. Von wegen Euphorie des Anfangs!“ Ein Zwölfjähriger auf der Suche nach seinem zweiten Schuh erklärte, dass es sich bei ihm allerhöchstens um eine euphorische Stunde, nämlich von Mitternacht bis ein Uhr morgens, handeln würde. Euphorische Stunden sind großartig. Meistens handelt es sich dabei um die Stunden, in denen Leben geschenkt wird. Die Geburtsstunde eines Kindes. Der Beginn einer Liebe. Der Start eines neuen Projekts. Das Erwachen eines Traumes. Die Geburtsstunde eines neuen Jahres voller Möglichkeiten und Aussichten. Etwas Neues beginnt, es liegt ein Zauber darin, will wachsen und bestaunt werden, erfüllt Herzen mit Dankbarkeit …

Oh du hektische…

Ach Adventszeit, du fröhliche, besinnliche und friedliche Zeit! Moment – fröhlich, besinnlich, friedlich? Ich suche danach in dieser vorweihnachtlichen Zeit. Doch wenn ich mich gerade in der Welt umschaue und in die Gesichter der Menschen blicke, sehe ich dort weder Fröhlichkeit, noch Besinnlichkeit oder Frieden. Ich blicke in traurige, müde, angespannte oder abgehetzte Gesichter, manche voller Angst und Unsicherheit, ohne große Hoffnung für die Zukunft. Die Zeiten sind schwierig, eine Krise jagt die nächste, viele sitzen in kalten Wohnungen und müssen das finanzielle Budget für Weihnachtsgeschenke kürzen – und das ist häufig noch das kleinste Problem. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kommen vor allem die Familien mit kleinen Kindern aus dem Krankenstatus gar nicht mehr heraus. Auch mich selbst erwischte es genau dann, als drei Artikel zeitgleich fertiggestellt werden wollten. Es scheint, als haben die anstrengenden letzten Jahre nicht nur die Psyche, sondern auch die Körper stark ausgezehrt. Weihnachtsstimmung Fehlanzeige.   Frohsinn in den Kinderaugen Ich suche weiter nach Frohsinn, Besinnlichkeit, Frieden. Ich suche bei mir zu Hause, inmitten des trubeligen Familienchaos. Ah, da ist …

Die nervige Wichteltür

Alle Jahre wieder beginnt sich das Advents- und Weihnachtskarussell zu drehen, nimmt langsam an Fahrt auf, dreht sich immer schneller, um schließlich rund um den 26. Dezember mit quietschenden Bremsen zum Stehen zu kommen. Dann plumpsen ermattete Eltern und müde Kinder in die Sofaritzen. Das rasante Weihnachtskarusell Wenn es gut gelaufen ist, spüren sie so etwas wie satte, heitere Zufriedenheit. Vielleicht ist ihnen auch ein wenig übel, nicht nur vom vielen Süßkram, sondern auch wegen der rasanten Fahrt. In einer handelsüblichen Familie mit großen und kleinen Menschen lässt sich das Karussell kaum aufhalten. Zum normalen Alltags- und Schulwahnsinn gesellen sich Weihnachtsfeiern von Schulen, Kindergärten und sämtlichen Vereinen. Das ein oder andere Vorspielen oder Vortanzen darf nicht fehlen. Plätzchen backen, Adventskalender befüllen, Geschenke besorgen, verpacken, verschicken, Weihnachtsmärkte besuchen und besinnlich werden, eine hübsche Weihnachtsbücherkiste bereithalten und Berge von Nahrungsmitteln heranschaffen, es soll ja keiner hungern, über die Feiertage. Und Weihnachtskarten und Wunschzettel und Mathe schreiben. Alle Jahre wieder ist das eigentlich wahnsinnig aber eigentlich auch wunderschön, vorausgesetzt das Karussell beginnt sich nicht in Überschallgeschwindigkeit zu drehen. …

Nicht gemacht für die Kleinstkindzeit

„Wow, noch fast ein Jahr Elternzeit, das ist doch herrlich, das musst du doch total genießen!“ Da war er wieder, dieser Satz von einer anderen Mama, der mir in letzter Zeit immer öfter ein schlechtes Gewissen verursachte. Wieder fragte ich mich, was stimmt nicht mit mir? Ja, ich habe noch fast ein Jahr Elternzeit. Ja, mein Sohn geht dann erst mit über 2 Jahren in die Kita. Ja, ich habe mir das so ausgesucht und bin mir bewusst, dass es Luxus ist, sich so etwas leisten zu können. Und dennoch: Nein, ich würde es höchstwahrscheinlich nicht wieder so machen. Nein, ich habe keine Lust mehr auf meine Elternzeit. Und nein, ich kann es nicht immer nur genießen. Ich bin dafür nicht gemacht Ich bin jetzt seit 3,5 Jahren zu Hause, erst mit einem Kind, dann mit zweien. Im Moment ist unser Jüngster in der Phase irgendwo zwischen nicht mehr Baby und noch nicht selbstständiges Kleinkind. Kleinstkindphase nennt man diese Zeit zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Er spielt gerade nicht gut allein, will immer mehr, …

Oktober: Erntedank und heutige Kostproben

Mein Name ist Sandra Geissler und ich lebe mit meinem Mann, unseren fünf Kindern und HündinCara in Nierstein am Rhein. Ich bin kath. Diplomtheologin und Pastoralreferentin, doch zur Zeit gehört mein Herz meiner Familie und guten Wörtern, gesprochenen, geschriebenen und solchen, die ich selbst schreiben darf. Mehr von mir gibt es auf 7geisslein.com zu lesen.   Draußen ist goldigstes Oktoberwetter. Warm leuchtende Sonnenstrahlen spinksen durch die ersten bunten Blätter. Wenn du schlau bist, kannst du dir unterwegs gratis die Taschen vollmachen, nur bücken musst du dich nach Nüssen, Kastanien und Hagebutten. Noch besser du lässt bücken, damit kannst du kleine Sammlerherzen und emsige Krämerseelen sehr froh machen. Endgültig und unübersehbar hat der Herbst Einzug gehalten. Der Oktober ist traditionell der Monat, in dem es an der Zeit ist „Danke!“ für die Ernte zu sagen. Manche zelebrieren diesen Dank in Bierzelten und auf Festwiesen, andere gehen in die Kirche und feiern Erntedank, du kannst natürlich auch beides machen, das eine schließt das andere keinesfalls aus. Im Oktober bin ich immer ein wenig neidisch auf all die …

Mit Kindern Glaube leben

Vor Kurzem fragte mich eine nichtchristliche Freundin: „Woran merkt man in deiner Erziehung eigentlich, dass ihr Christen seid? Wie bringt ihr das euren Kindern bei?“ Gute Frage! Wo macht mein Glaube in meiner Erziehung einen Unterschied? Und wie kann ich das, was ich glaube, meinen Kindern altersgerecht mitten im Familienalltag beibringen? Ich habe mich anschließend darüber mit vielen christlichen Müttern und Vätern unterhalten und nun hier ein paar Anregungen zum Ausprobieren für euch. Für Leseratten Auch im christlichen Bereich gibt es zahlreiche liebevoll gestaltete Kinderbücher, die Kindern unterschiedlicher Altersspannen Bibelgeschichten und christliche Werte näherbringen. Unser Sohn etwa hat noch vor dem ersten Geburtstag eine „Knister-Kinderbibel“ bekommen, die aus wenigen, knisternden Stoffseiten und bunten Bildern besteht.  Und unsere große Tochter hat eine praktische Taschenbibel mit Griff, die sie wie einen kleinen Koffer umhertragen kann – so machen Bücher Spaß! Manchmal schauen sich die Kids die Bücher allein an, manchmal lesen wir gemeinsam oder spielen eine der Geschichten nach. Wer es gern greifbarer mag, kann dafür sogar Spielfiguren benutzen. Ein Klassiker zum Erzählen und Nachspielen ist die …

Entspannt euch, Mamas!

Lisa-Maria lebt mit Mann und zwei Kindern in Chemnitz. Sie ist Psychologin, Familientherapeutin und Journalistin. Nebenbei gibt sie auch gern Nachhilfe. Sie liebt eine gute Balance zwischen Familienzeit und Auszeit für sich selbst, Zeit zum Schreiben, Musik machen, Lesen, Nähen, Städtetrips und das Kaufen von Second Hand Kleidung.   Es war mal wieder einer dieser Chaos-Tage: Unser Sohn hatte den ganzen Tag gequengelt, ich selbst hatte viel zu wenig Schlaf bekommen und war deshalb ähnlich grummelig wie Junior. Kein einziges Vorhaben, das auf meiner To-Do-Liste stand, gelang mir. Und auch im Haushalt schaffte ich nichts, da ich den ganzen Tag ein kleines Menschlein auf meinem Arm mit mir herumtrug. Meine Laune sank entsprechend über den Tag immer mehr. Miesgelaunte Mama Als ich abends meiner Tochter vor dem Schlafengehen noch eine Geschichte vorlas, saß ich völlig entnervt in ihrem Zimmer, sie auf meinem Schoß, und sah mich um: Chaos! Überall lagen noch Spielzeuge oder Kleidungsstücke und auch viele Dinge, die eigentlich in ein anderes Zimmer gehörten und von meiner Tochter verschleppt worden waren. Aber jetzt war …