Ich mag Geschenke. Wirklich. Ich liebe es, mir Gedanken zu machen, etwas Passendes zu finden, jemanden zu überraschen. Und trotzdem gibt es diese Phasen im Jahr wie Geburtstage, Weihnachten, Hochzeiten, Kindergeburtstage, Abschiede im Kindergarten usw., in denen sich Geschenke weniger nach Freude und mehr nach einer weiteren Aufgabe auf der endlosen To-do-Liste anfühlen.
Denn Geschenke sind selten „nur“ Geschenke. Sie bedeuten Planung. Mitdenken. Merken. Recherchieren. Bestellen. Rechtzeitig daran denken. Und oft passiert all das im Kopf zusätzlich zu allem anderen, was sowieso schon läuft. Willkommen beim Thema Mental Load.
Geschenke und Mental Load – eine unsichtbare Aufgabe
Mental Load beschreibt diese unsichtbare Denkarbeit, die im Hintergrund ständig mitläuft: Wer braucht wann was? Was hatten wir letztes Jahr? Was passt zu der Person? Was ist altersgerecht, nachhaltig, nicht zu teuer, aber auch nicht lieblos?
Gerade beim Schenken wird das besonders deutlich. Man merkt sich beiläufige Kommentare („Das wollte ich mir irgendwann mal kaufen“), beobachtet Vorlieben, speichert Ideen im Kopf und hofft darauf, sich Wochen später noch daran zu erinnern. Das gelingt natürlich meistens nicht.
Und was dann folgt, kennen viele: Last-Minute-Stress, panisches Online-Shopping, das Gefühl, wieder nicht ganz das Richtige gefunden zu haben. Und das schlechte Gewissen kommt gleich mit dazu.
Kleine Hilfen, die den Kopf entlasten
Ich habe lange gedacht, dass man für Geschenke einfach „besser organisiert“ sein müsste. Dass man sich Wünsche merken sollte, Ideen abspeichern, aufmerksamer sein. In der Realität funktioniert das aber selten, vor allem dann nicht, wenn der Kopf ohnehin voll ist.
Gerade bei Geschenken entstehen viele gute Einfälle zufällig. Jemand erwähnt etwas nebenbei, man sieht etwas und denkt „Das würde passen“, oder man merkt sich selbst einen Wunsch für später. Wenn man diese Momente irgendwo festhalten kann, entsteht über die Zeit ganz automatisch eine kleine Sammlung. Kein Druck, kein Anlass, kein „Ich muss jetzt“.
Was mir mit der Zeit geholfen hat, war ein Ort, an dem meine Ideen landen dürfen, ohne sofort weiterverarbeitet zu werden. Ob das ein Notizbuch ist, eine Notiz-App oder eine digitale Wunschliste, ist eigentlich zweitrangig. Wichtig ist nur: Die Idee ist aus dem Kopf raus und geht nicht verloren.Wenn man diese Momente irgendwo festhalten kann, entsteht über die Zeit ganz automatisch eine kleine Sammlung. Kein Druck, kein Anlass, kein „Ich muss jetzt“.
Ich nutze dafür zum Beispiel eine einfache Online-Wunschliste, andere schreiben sich Dinge klassisch auf oder teilen sich Listen innerhalb der Familie. Das Prinzip ist immer dasselbe: Das Gehirn muss sich nicht alles merken. Und genau das macht es leichter.
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: realistisch schenken
Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Geschenke erzeugen Erwartungen. Auf beiden Seiten. Man möchte nicht zu wenig schenken, aber auch nicht übertreiben.
Geschenkelisten können hier überraschend viel Druck rausnehmen. Sie machen Wünsche sichtbar, aber nicht verpflichtend. Niemand sagt: Du musst genau das kaufen. Sondern eher: Das würde mir Freude machen – such dir aus, was für dich passt.
Ich habe gemerkt, wie viel entspannter das Schenken wird, wenn diese Transparenz da ist. Weniger Interpretation, weniger Fehlkäufe, weniger „Ich hoffe, es gefällt dir…“.

Mehr Leichtigkeit statt Perfektion
Vielleicht ist das der wichtigste Punkt: Geschenke müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nicht überraschen, beeindrucken oder ein Pinterest-Level erreichen. Sie dürfen einfach passen. Oder zumindest ehrlich gemeint sein.
Alles, was uns dabei hilft, den mentalen Ballast zu reduzieren, ist kein Zeichen von Faulheit sondern von Selbstfürsorge. Gerade in einer Zeit, in der sowieso schon so viel gleichzeitig läuft.
Geschenkelisten, egal ob analog oder digital, sind für mich mittlerweile genau das: eine kleine Entlastung im Alltag. Und manchmal reicht das schon, um aus Pflicht wieder Freude zu machen.
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