Leitartikel
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Ein neues Schuljahr in der Pandemie

Die Schule geht wieder los in Sachsen. Und damit einhergehend wieder ein unsicheres Schuljahr für Schüler, Lehrer und Eltern. Zwei Wochen plant unsere Schule aktuell bezüglich aller Hygienemaßnahmen im Voraus. Angespannt bin ich. Gebe jedem meiner Schulkinder Desinfektionsmittel mit in die Schule und kaufe wieder neue Atemmasken. Bunte und bedruckte. Natürlich.

Noch immer ist es keine Routine für uns. Noch immer müssen die Kinder morgens daran erinnert werden. Und irgendwie beruhigt mich das auch. Sie erinnern sich noch an ein Leben ohne Pandemie – Gedanken und spüren immer noch die Ausnahmesituation der andauernden Monate. Sicherlich kommt es auch daher, dass wir unsere letzten beiden Sommer in Skandinavien verbracht haben und die Hygienemaßnahmen dort mitunter völlig anders sind als bei uns in Deutschland. Die Kinder wären am liebsten dort geblieben.
Aber es nützt nichts, das Schulsystem ruft uns zurück in den Alltag. Und wir werden auch dieses Schuljahr meistern. Es ist keine Frage, ob, sondern wie.

Resilienz

Resilienz ist für mich das A und O. Widerstandskraft, die nach Lösungen sucht und nicht nach Schuldigen. Kritik, Aufregen und Meckern ist Energie, aber diese schwingt nicht hoch und nicht lange. Sie saugt aus und man muss, ähnlich wie bei Zucker, schnell Energie nachschieben, damit man „bei Laune“ bleibt. So entsteht eine Meckerkultur. Diese Haltung bringt uns als Familie, meiner Meinung nach, nicht weiter. Es entsteht negative Tatkraft, die unsere Kinder nicht weit bringen wird. Es wird in diesem Leben immer wieder zu unangenehmen Situationen kommen, an die wir uns anpassen müssen. Seien es kleine Problemchen, die schnelle Entscheidungen brauchen oder größere, die Lebensbestimmend sind.
Wir erleben eine Pandemie. Das ist für niemanden leicht und alle fordert es psychisch heraus. Resilienz sucht Lösungen, versucht sich nicht an Schuldzuweisungen, sondern entsteht aus Situationen heraus und versucht im Endeffekt, das Beste aus der Situation zu machen.

 

Positives Denken

Ist für mich einer der Schlüssel. Wir bemühen uns, so viel Normalität für die Kinder zu schaffen. Wir gehen ins Museum, ins Kino, Theater und Restaurants so bald es möglich ist. Wir fahren in den Urlaub, gehen in Freizeitparks und machen alles möglich, und das unter verantwortungsvoller Rücksicht auf die Gesamtsituation und unsere Mitmenschen. Wir gehen keine Risiken ein und lernen den Kindern Rücksichtnahme und Mitgefühl.
Wir denken hoffnungsvoll und positiv. Wir planen Zukunft und gleichzeitig sehen wir jeden Tag einzeln. Wir helfen uns damit auch als Erwachsene selbst, da die ungewisse, kaum planbare Zukunft beängstigend sein kann. Wir wollen aber das Beste erwarten. Wir kümmern uns, dass unsere Kinder nicht durch Ängste und Sorgen belastet sind und schenken ihnen eine möglichst unbeschwerte Kindheit.
Wir sprechen als Familie über Politik und neue Hygieneregeln, aber eher rational und wir lassen ängstlichen Gefühlen nicht viel Raum um zu wachsen und groß zu werden. Wir wollen Urvertrauen vermitteln und viel Freude am Leben und an ihrem Leben.

Das alles sind Versuche, Annäherungen und Richtlinien, die unsere eigenen Familienwerte vertreten. Wie macht ihr das? Wie kommt ihr als Familie durch diese Zeit?

 

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