Alltagsdinge
Schreibe einen Kommentar

Wie du auf Stress reagieren kannst

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal Blut gespendet. Meine Venen sind sehr dünn, es war tatsächlich eine komplizierte Angelegenheit, aber da aktuell überall Blutmangel herrscht, wollte ich etwas Gutes tun. Beim Aufnahmegespräch reichte mir der Arzt am Schluss einen Plastikbecher für frisches Wasser und zwei Traubenzuckerstückchen. „Für mehr Energie“, sagte er freundlich.

Nachdem ich mein Blut abgegeben hatte und noch auf der Liege lag, brachte mir die Krankenschwester schon wieder Traubenzucker.

Traubenzucker brachte mich durch Prüfungen und meine Mädchen durch aufregende Klassenarbeiten. Es war mein Trostpflaster nach dem Kinderarztbesuch. Dort gab es oft auch Traubenzucker in Form von Lollies. Doch vor allem erinnere ich mich, wie ich und meine Klassenkamerad:innen im Abitur alle einen kleinen Turm Dextro Energy vor uns aufgestapelt hatten, bevor wir auch nur die ersten Fragen gelesen hatten.

Traubenzucker ist ein emotionalisiertes Produkt für Prüfungssorgen, graue Wintertage und herausfordernde Zeiten. Wir packen die kleinen Pakete aus, schieben uns den weißen Zucker in den Mund und haben das Gefühl: Nun können wir es schaffen.

Ein gesundes Nervensystem

Seit Corona studiere ich berufsbegleitend in einem Master. Online in Amerika. Und ich befinde mich dadurch wieder in Prüfungssituationen. Der Stresspegel ist oft hoch und ich musste mich in den vergangenen Monaten bewusst damit befassen, damit mein vegetatives Nervensystem gesund bleibt.

“In stressigen Momenten reagiert dein Hypothalamus. Dieser Teil deines Gehirns ist für wichtige Körperfunktionen verantwortlich. Dazu gehören der Kreislauf, die Atmung und die Temperatur deines Körpers. Nimmt der Hypothalamus einen Stressreiz wahr, sorgt er dafür, dass bestimmte Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet werden:

  • Cortisol lässt deinen Fett- und der Blutzuckerspiegel ansteigen.
  • Noradrenalin steigert deinen Blutdruck und senkt deine Pulsfrequenz.
  • Adrenalin macht, dass dein Herz schneller schlägt und beschleunigt deine Atmung.

Ein wenig Stress ist für deine Konzentration gar nicht so übel. Erstmal bewirkt ein kleiner Stressreiz nämlich, dass du dich kurzfristig sogar besser konzentrieren kannst. Der Grund: Stress aktiviert deinen Sympathikus. Das ist der Teil deines Nervensystems, der deine Organtätigkeit steuert. Wenn er aktiv ist, fühlen wir uns wach und wissen: „Jetzt kommt es drauf an!“. In diesen Momenten reagiert dein Körper. Dann bildet er auf Zellebene mehr Energie in Form von Zucker und Fettsäuren und transportiert dein Blut schneller zum Gehirn – was sich wiederum auf seine Funktionsfähigkeit auswirkt.

Hält der Stress aber an, wirkt sich das auf deine Konzentrationsfähigkeit aus. Du kannst dir nichts mehr merken, vergisst Dinge, die du schon gelernt hast und musst jeden Satz drei Mal lesen, damit etwas hängen bleibt. Keine ideale Grundlage für erfolgreich abgeschlossene Prüfungen.”

Wie man diesen Stress  in den Griff bekommt, erfährst du hier.

Traubenzucker ist rein faktisch ein wichtiger Energieträger. Ohne diesen wäre der menschliche Körper nicht in der Lage sich zu bewegen oder zu denken. Traubenzucker gelangt sehr schnell über den Darm ins Blut. Dadurch steigt der Blutzucker schnell an. Von dort wandert die Glucose ins Gehirn und in andere Organe und wird verbraucht. Wenn der Körper ihn nicht gleich braucht, wird er als Glykogen in der Leber und zu einem kleinen Teil auch in den Muskeln gespeichert und bei Bedarf mobilisiert.

Hilfe, um nicht durchzudrehen

Traubenzucker ist nicht gesünder oder ungesünder als anderer Zucker. Er lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen aber auch schneller wieder absinken. Man kann also mit einem Traubenzuckertäfelchen den Turbo im Gehirn anregen, mehr Energie bekommen. Der Körper steuert aber auch schnell gegen und schüttet große Mengen Insulin aus, die die Glucose abbauen.

Dadurch fällt man dann in ein Leistungs- und Konzentrationsloch, bekommt Heißhunger und muss essen. Demnach ist Traubenzucker wirklich genau für solche Prüfungsmomente, in denen man kurz und schnell reagieren muss, als kleine Belohnung nach schwierigen Terminen, als Trostpflaster in der Apotheke oder eben auch um mal stressige Zeiten, in denen Abgabetermine drücken, gut meistern zu können.

Um negativen, dauerhaften Stress zu vermeiden, ist regelmäßige Bewegung, positives Denken, Dankbarkeit, Wertschätzung und noch viel mehr ein guter Schlüssel, um nicht durchzudrehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.