Alle Artikel mit dem Schlagwort: Jahreslosung

„Du bist ein Gott, der mich sieht“

Jedes Jahr ziehen ein paar Menschen einen Bibelvers, der die Christen als Motto durch das Jahr begleitet. Und dieses Jahr, komme ich tatsächlich nicht an diesem Satz vorbei. Er fasziniert mich und vor allem die Geschichte, die dahinter steht. Eine Geschichte, die ich schon als Kind gleichzeitig sowohl faszinierend, als auch irritierend empfand. Es ist die Geschichte der Sklavin Hagar. Hagar bedeutet „Fremde“. Hagar ist die Stammmutter der Muslime, die Nebenfrau von Abraham und Sklavin von Sara, dessen Frau. Sara und Abraham warten vergeblich auf Kinder, sind uralt, so findet Sara die Lösung darin, dass Abraham ihre Sklavin Hagar zur Nebenfrau erwählt, um Kinder zu zeugen. Das ist für uns schockierend, war in damaligen Zeiten in der Kultur aber nicht unüblich. Hagar wird schwanger und bekommt einen Sohn. Sie nennt ihn Ismael. Später wird auch Sara wundersamerweise schwanger. Ihr Sohn heißt Isaak. Sara wird eifersüchtig auf Hagar, es ist ein schwieriges Zusammenleben. Daher wird Hagar gebeten, zu gehen. Gebeten ist das falsche Wort, denn sie hat keine Wahl. Abraham und Sara nennen sie die ganze …

Mein Wort des Jahres 2021: Barmherzigkeit

Jedes Jahr steht in christlich-kirchlichen Kreisen unter einem Bibelvers. Dieses Jahr ist er aus dem Lukas Evangelium Kapitel 6 Vers 36: Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!   Barmherzigkeit ist mehr als Mitleid. Wo Mitleid dem Kopf und Herz entspringt, ist Barmherzigkeit aktionsreicher. Sie handelt. Barmherzigkeit ist quasi handelndes Mitleid. Sie steht nicht tatenlos herum, wenn es anderen Menschen schlecht geht, sondern geht aktiv auf diejenigen zu, die Hilfe brauchen. Sie wächst vielleicht sogar über sich hinaus und wendet den Blick von den Meinungen anderer hin zum wirklichen Schmerzensgrund. Barmherzig mit sich selbst sein Barmherzig kann man aber auch mit sich selbst sein, und das vielleicht auch eben genau 2021, nach dem „Corona-Jahr“. Dieses Jahr hat jeden von uns an seine Grenzen gebracht und herausgefordert. Die einen hatten zu viel Arbeit, die anderen mussten permanent neu sortieren, neu denken, Veranstaltungen absagen, neue Jobs finden. Die einen hatten Existenzangst, andere haben jemanden verloren. Die einen waren krank, die anderen mit Ausgangssperren im Lockdown. Die einen hat die Krise emotional an ihre …

a new year is about to begin

  Es ist ein neues Jahr. Wir haben cake- Pops gebacken, mit Freunden gefeiert, die Kinder waren begeistert und ausgelassen. Es war ein tolles, gemütliches und fröhliches Beieinander. Warum machen wir das eigentlich so selten?! Am 1. Januar lag ich dann in der Badewanne. Ich habe versucht die restlichen Konfettikrümel endgültig von mir abzuwaschen. Und während ich in der Wanne lag musste ich an den aktuellen Jahresvers denken, den die evangelischen Kirchen dieses Jahr ausgewählt haben. „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Die Bibel. Jes 6,13). Oftmals hatte man das Gefühl letztes Jahr, dass die Welt „nicht ganz bei Trost sei“. Doch wo sollen wir hin, wenn die Unruhe dieser Welt uns durcheinander bringt, wenn wir Trost brauchen und angesichts der weltpolitischen Lage uns die Angst den Rücken hochkriecht? Heinrich Bedford-Storm, aktueller Landesbischof der evangelischen Kirche in Deutschland, hat am 1.1.2016 eine wunderbare Predigt zu diesem Thema gehalten. „…Stellen wir uns einmal einen Moment vor, wir würden das in unserem Land wirklich tun! Mit diesem Gott ins Jahr 2016 gehen! …