Alle Artikel in: Nachdenkenswertes

slow family life: Von Angst getrieben

*Werbung Im Sommer findet in Leipzig immer eine riesengroße Open Air Veranstaltung in einem großen Park statt. Hier spielt das Gewandhausorchester live und kostenlos und zigtausende Menschen sitzen auf Picknickdecken und Klappstühlen davor und trinken Wein und essen leckere Häppchen. Eine wundervolle Sache. Merlind war mit und Merlind ist sehr freiheitsliebend. Der Mann war so klug und hatte an unsere Walkie Talkies gedacht und so wanderte Merlind allein mit Walkie Talkie durch die Menschenmassen. Zur Bühne, zu einer Freundin die sie gefunden hatte und wieder zu uns zurück. Manchmal fand sie uns nicht, da bekamen wir eine panische Stimme im Walkie Talkie zu hören. Ohne dieses Funkgerät wäre ihr diese Freiheit nicht möglich gewesen. Sie ist 5 Jahre alt und fühlt sich als Mittlere viel größer als sie ist. Sie würde gern einkaufen gehen und im Park allein spielen. Natürlich hat ihr Freiraum Grenzen, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie das bewältigen kann und ob sie nicht doch mit jemandem mitgehen würde. Es ist für die Entwicklung der Kinder mehr als nur wichtig, …

4 schnelle Wege um Freude im Alltag zu entdecken

…jetzt kurz vor den Sommerferien ist die Luft raus. Eigentlich ist es sogar ziemlich schwül und stickig. Die Kleidung klebt am Körper, das Baby weint, der Haushalt hinkt und überall ist Sand und Reste vom Freibad. Ich stöhne jeden Tag. Über meinen Alltag. Über das Chaos. Über die Hitze. Über nichts und doch über alles. Und ich merke gar nicht, wie missmutig ich wirke. Ich merke nicht, dass man mir ansieht, dass ich Urlaub brauche. Und ich merke nicht, dass mir meine Freude abhanden gekommen ist. Freude. Was ist das eigentlich? Wenn wir uns freuen, sind wir glücklich. Dies soll aber kein Artikel über Glück werden. “Freude findet sich in den kleinen Dingen des Alltags”, das lesen wir so oft. Doch wie genau geht das? Hier meine 4 Schritte zum (Wieder-) finden der Freude 1.Erkenne, wie gut es dir geht. Dieses Erkennen findet nur statt, wenn ich aufhöre mich zu vergleichen. Wenn ich neidisch darauf bin, dass die ganzen Lehrer jetzt 5 Wochen Ferien haben, bringt mich das nicht weiter. (Ich hätte auch Lehrer werden …

Du bist genug

Die Gesellschaft, der Konsum und der Kapitalismus sind den ganzen Tag damit beschäftigt uns zu sagen, was wir alles noch brauchen, damit es genug ist. Wir sollen uns glücklich kaufen. Wir sollen aufs Dorf ziehen, Holundersirup kochen (nichts gegen Holundersirup) und den tollen Apfelkuchen von Oma Erna backen, damit wir uns wahrlich entspannen und die Hektik der Stadt hinter uns lassen. Wir sollen Freunde einladen, lesen, aufräumen und, und, und… ….wir werden unglücklich. Hektisch. Gestresst. NIEMAND kann Karriere machen, die Kinder glücklich und mit viel Zeit erziehen, den perfekten Haushalt haben, DIY Künstler sein, den Hobbys nachgehen, viele Freunde UND eine perfekte Ehe haben. Diese Woche habe ich dieses wunderbare Video von Nadia Bolz Weber gesehen. Nadia ist diese tätowierte lutherische Pfarrerin. Sie erzählt darin, wie sie viele Jahre versucht hat, alles möglich zu machen. Wie sie versuchte, alles am Laufen zu halten, niemanden zu enttäuschen. “Du kannst alles haben”, war ihr Motto. Geplante Auszeiten in Form von Sport, Wellness und genug Schlaf, damit der Körper diese Belastungen auch aushalten kann, gehören genauso dazu, wie …

Vom Verzichten und Verwöhnen

  Wir lieben den Film “Charlie und die Schokoladenfabrik”, ich hab keine Ahnung wie oft ich ihn schon geguckt habe. Und ich muss jedesmal weinen. (Danke Tim Burton, für deine Filmkunst.)Und wisst ihr, ich weine auch jedesmal an derselben Stelle. Und zwar da, wo Charlie die goldene Eintrittskarte findet, damit nach Hause rennt und (jetzt kommts), sein Opa aus dem alten, verlotterten Bett aufsteht, indem er lebt, indem er schläft und isst (und das mit noch 3 anderen alten Menschen zusammen) und anfängt zu tanzen vor Glück. Das berührt mich. Mich berührt auch, wie Charlie seine jährliche Schokolade, die er zum Geburtstag bekommt, mit seiner ganzen Familie teilt. Und ja, natürlich ist das übertrieben und kitschig, aber ich frage mich mehr, WARUM mich das jedesmal so berührt? Der Film spielt nämlich genau mit diesen Aspekten. Die anderen Kinder in dem Film sind allesamt verwöhnt. Sie kommen aus guten Elternhäusern und sind überhäuft mit allem was sie brauchen und noch viel mehr. Und sie haben allesamt einen verdorbenen Charakter. Macht Verzicht also, dass man ein guter …

Von der Vereinbarkeit, meiner Vereinbarkeit.

  Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für uns. Privat hatten wir einiges zu bewältigen, Ostern war auch noch, dann kam die Hochzeit meines Bruders, eine Hausarbeit, ein Buchprojekt, die neue Datenschutzverordnung, die es nötig machte, meinen Blog auf eine .de Adresse umzuziehen und die mich viele Stunden Arbeit kosten wird, ein paar Artikelaufträge und natürlich der alltägliche Wahnsinn. Wäscheberge. Konzertauftritt. Zahnarzt. Optiker. Das Haus. Der Garten. Und mittendrin steh ich, eine 3fache Mama, Studentin, freiberuflich und immer am hin- und herdrehen. Nie stehe ich still. Jeden Tag ist irgendetwas. Und wenn es das Treffen von Freunden ist. Permanent habe ich das Gefühl, nie allem gerecht werden zu können. Ich lebe das Pareto Prinzip, 80% sind super. Damit komme ich gut klar. Und ja, ich kann auch die Küche unordentlich sein lassen und ein Buch lesen. Ich kann das gut von mir abspalten. Ich gehe zum Sport, ich treffe Freundinnen alleine. Ich gehe zum Friseur und gönne mir auch neue Kleidung. Ich würde sagen, dass ich mir selbst so bewusst bin, dass ich auf mich …

1000 Fragen Teil #10 und #11

    181: Würdest du gerne in eine frühere Zeit versetzt werden? Nein. Höchstens mal zum kurz schauen und dann wieder zurück in die Zeitmaschine steigen und ins Jahr 2018 zurück. 182: Wie egozentrisch bist du? Doch, schon. Ich bin, wie ich es positiv ausdrücke, so selbstbewusst und stark, dass ich meine Bedürfnisse gut kommunizieren kann. Ich nehme aber definitiv viel Rücksicht auf meine Mitmenschen und lehre das auch meinen Mädchen. 183: Wie entspannst du dich am liebsten? In der Badewanne. 184: Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen? Nein, selten. Und wenn ich das so fühle, dann ändere ich die Situation. 185: Worüber grübelst du häufig? Über das Leben. Über meine Zukunft. Über meine Familie. Über alles. Viel zu viel. Ist bestimmt eine Frauenkrankheit. 186: Wie siehst du die Zukunft? Ich glaube, dass die Welt nicht leichter wird und je erwachsener ich werde, desto mehr Nöte sehe ich. Aber meine persönliche Zukunft sehe ich in rosa Farben. Ich freue mich, als Pfarrerin irgendwann zu arbeiten und mit dem Mann alt zu werden. 187: Wo bist du …

1000 Fragen an mich selbst. Teil #7 und #8

141. In welche Länder möchtest du noch reisen? Island und Kuba und eigentlich hätte ich auch gern Damaskus gesehen. Unbedingt möchte ich mal mit der Transibirischen Eisenbahn fahren. Aber bis auf Island verkneife ich mir das, bis die Kinder größer sind. Ich bin nicht so risikofreudig. 142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gerne? Ich kann eh schon fliegen. Im Traum fliege ich sehr oft. Und so entkomme ich jeder gefährlichen Situation. Da ich im wahren Leben solche Situationen nicht erlebe, brauche ich eigentlich keine übernatürlichen Kräfte. Aber fliegen können wäre natürlich trotzdem fantastisch. 143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken? Ich war als Kind extrem schüchtern und bin oft rot geworden. Das war mir jedesmal extrem unangenehm. 144. Welches Lied macht dir immer gute Laune? Charly Lownoise & Mental Theo “Wonderful days”. Das beste 90er Lied ever. 145. Wie flexibel bist du? Ich bin sehr eigenwillig, das heißt, dass ich ein paar Minuten brauche, bis ich mich auf eine neue Situation einstellen kann. Aber nach 5min habe ich es dann geschafft und dann …

Wer bin ICH eigentlich noch, seit ich Mutter bin? 1000 Fragen zur Selbstfürsorge #5 und #6

    81. Was würdest du tun, wenn du 5 Jahre im Gefängnis sitzen müsstest? Wahrscheinlich schreiben. Und studieren. Und hoffen, dass ich körperlich und seelisch einigermaßen heil wieder rauskomme. 82. Was hat dich früher froh gemacht? Früher? Was ist “früher”? Ich liebe immer noch Spätsommertage. Wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen mich im Gesicht kitzeln und ich weiß: “Das war heute der letzte warme Tag”. Diese Wehmut. Ein Glas Wein mit dem Liebsten auf der Terrasse. Eis. Kinderlachen. Tanzen gehen mit Freunden. 83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr? Ich mag mich eigentlich in vielen verschiedenen Sachen. Ich zieh nur an, was mir gefällt. Ich freue mich, wenn ich meine Kilos runter habe und wieder in alles reinpasse. Ich liebe Kleider und Röcke und großen Schmuck. 84. Was liegt auf deinem Nachttisch? Babyflaschen und Flaschenwärmer. Cremes. Taschentücher. Ein Glas Wasser. Bücher. Mein Handy. 85. Wie geduldig bist du? Ich bin unfassbar ungeduldig. Warten ist nicht meine Tugend. 86. Wer ist dein gefallener Held? Darauf habe ich keine Antwort. 87. Gibt es Fotos auf deinem …

Wer bin ICH eigentlich noch, seit ich Mutter bin? Über Selbstfürsorge und Selbstfindung Teil #3 und #4

  41. Trennst du deinen Müll? Ja. Pappe, Plastik, Bio und Restmüll. Gartenabfälle auch nochmal extra. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich da etwas nachlässig bin. Mein Mann sortiert oft nochmal um an der Mülltonne. Der Arme. 42. Warst du gut in der Schule? Ich war gutes Mittelfeld. Ich hätte sicherlich besser sein können, aber ich war zu cool und zu faul. Ich hatte nur Klamotten und Jungs im Kopf. Zu meiner Zeit war es bis zur 9. Klasse so, dass man uncool und ein “Streber” war, wenn man gute Noten hatte. Unsereins hat also tunlichst vermieden, eine “1” zu haben, während der Rest der Klasse schlechte Noten hatte. Das änderte sich erst ab der 10. Klasse. Dann strengte ich mich wirklich an. Ich hatte eine 1 im Deutsch-Abi und eine in Religion. (Ja, ich hatte Reli-Leistungskurs) Sogar in Mathe waren die Lehrer nett zu mir. Das war ein Wunder. Ich bin eine richtige Niete in Mathe. Auch durch den Sportunterricht haben mich die Lehrer durchgeschleift. Ich weiß nicht, ob sie mir einfach keine …

Die Angst vorm Allein-sein.

    Ich bin nicht gern allein. Zuhause, ja. Da fühlt sich das fantastisch an. Ansonsten habe ich zum Glück immer mindestens ein Kind bei mir, hinter dem ich mich verstecken kann. Ich habe es verlernt, allein zu sein. Früher war ich gern allein. Ich bin sogar allein ins Kino gegangen, wenn niemand mitkommen wollte. Ich fand es großartig, allein shoppen zu gehen und mich mit einem Buch ins Café zu setzen. Jetzt fühlt sich das komisch an. Wenn ich mal kein Kind mit habe, so ist glücklicherweise immer noch mein Handy mit und damit auch mein Kontakt zu vielen tausenden Menschen. Ich ertappe mich dabei, wie ich auf dem Spielplatz sitze und nach 2min Ruhe mein Handy raushole. Die Kinder spielen und brauchen mich nicht. Ich bin allein. Doch das halte ich nicht lange aus. Doch wie war das früher, als ich einfach nur allein war ohne Kinder? Wieso kann ich heute nicht mehr allein sein, ohne dass es sich merkwürdig und einsam anfühlt? Ich rede hier nicht von Alleinsein mit meiner Familie. Das bin …