Alltagsdinge
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Wie Marie Kondo meinen Mann fertig machte

“Schatz, nein, bitte hör auf, unsere Schränke zu verkaufen…. ja, okay… aber bitte, ich muss ihn erst abmontieren….wie soll der denn sonst durchs Treppenhaus passen? Ja, der war beim Umzug nicht an einem Stück…und er ist festgebohrt in der Wand… Ich verstehe dich, aber bitte….Stück für Stück!…Ja, wir räumen die Kleiderschränke aus… nein, ich brauche nicht mehr alle Sporttrikots…aber die Jeansjacke aus den 80ern, vielleicht brauche ich sie nochmal beim Fasching… ja, ich gehe bestimmt nochmal zum Fasching…in 20 Jahren oder so, wenn ich mal mehr schlafe. Ja, okay…nein, glücklich macht sie mich nicht. Dann gib sie halt weg. Schatz, müssen wir die beiden hässlichen Baumstämme aufheben, die du zur Deko in den Flur gestellt hast? Ja,bist du dir sicher? Na, wenn du das sagst. Vielleicht kannst du den Vogeldreck mal abwischen.”

Mein verzweifelter Mann, nachdem ich alle Folgen von Marie Kondo auf Netflix geschaut habe.

Marie Kondo und ihre Aufräumtechnik gibt es schon lange. (Affiliate Link) Das Buch hat mich nie gefesselt, aber eine Netflix Serie lässt sich leicht gucken. Mit mir zusammen haben auch die beiden großen Mädchen und der Mann mitgeschaut. Letzterer hat danach die Küche aufgeräumt, Merlind ihren Schreibtisch. Dort hortet sie Papierschnipsel und Werbeprospekte. Jeden einzelnen Schnipsel Papier hat sie in die Hand genommen, ihn angeschaut und laut überlegt, ob er sie glücklich machen würde.

“Macht mich das glücklich?”

“Glücklich machen” – das ist das Aufräumprinzip von Marie Kondo. Oft nämlich ist die Unordnung und das Chaos im Haus Auslöser für Beziehungsprobleme und Streitigkeiten. Die Eltern werden dem Chaos nicht mehr gerecht, der Konsum erdrückt Beziehungen. Ich hatte hier im Sommer schon mal beschrieben, dass wir aus dem Grund nichts mehr kaufen und hier, wie wunderschön Minimalismus auch in der Familie funktionieren kann. Aber, alles mündet in einer einzigen Sache: Je mehr Zeug wir haben, desto mehr müssen wir uns um dieses Zeug kümmern.

Innere Ordnung

Oft führt auch äußerliche Ordnung zu innerer Ordnung. Das Ausmisten und Aufräumen muss nicht von heute auf morgen passieren, sondern kann häppchenweise geschehen. Es wird auch niemals enden, sondern ist eine Lebenshaltung der Wertschätzung und Dankbarkeit. Weniger ist mehr. Ich bin dankbar, für das was ich habe und gehe sorgsam damit um.

Der Mann und ich hatten in den vergangenen Jahren viel zu tun und generelles Ausmisten stand auf unserer Prioritätenliste immer ganz weit unten. Doch nun ist die Zeit gekommen, in der wir dieses Thema nach weiter oben geschoben haben und nun Raum für Raum ausräumen. Das kostet Zeit und Kraft. Manchmal auch Tränen, weil Erinnerungen darunter sind und man sich dann trotzdem von diesen Dingen verabschiedet. In Dankbarkeit für das Erlebte.

Das Prinzip des Aufräumens

Marie Kondo möchte gern, dass eine Wohnung nicht nur auf den ersten Blick schön aussieht, sondern auch hinter den Schranktüren alles wunderschön ist. Sie ist eine absolute Gegnerin von Stapeln, sondern sortiert alles hochkant in die Schränke und so, dass man alles wahrnimmt. Das hat außerdem noch den Vorteil, dass die Kleidung nicht zerknittert und die Stapel nicht verrutschen, wenn man etwas herauszieht.

Lange Kleider hängt man links in den Schrank, kurze Röcke und Blusen rechts. So entsteht eine aufsteigende Linie und das löst in uns positive Assoziationen aus, wie eine Erfolgskurve. Ich finde das allein deshalb schon praktisch, weil ich dann nicht mehr überall suchen muss.

Sie wertschätzt jede einzelne Sache und wenn man sich von etwas trennt, soll man einen Moment inne halten und dem Stück danken für all die schönen Momente und Erinnerungen.

Es ist wichtig, mit Dingen anzufangen, die euch nicht schwer fallen und erst am Ende, die Erinnerungsstücke durchzugehen. Und immer erst etwas abschließen, bevor man das Nächste anfängt. Wenn man Probleme hat, etwas wegzuwerfen, kann man sich fragen: “Warum?” und: Macht es mich so glücklich, dass ich es mit in die Zukunft nehmen will? Oder ist es einfach nur eine Erinnerung, für die ich dankbar bin, aber ich nutze sie nicht mehr?” Dann bedanke dich für die Zeit und gib es weg.

Marie Kondo verändert. Und ich würde behaupten, ihre Methode schenkt Freiheit und Luft zum Atmen, Hoffnung und Glück.

Du möchtest die Serie schauen? Netflix bietet einen kostenlosen, unverbindlichen Probemonat an. Wir haben das damals getestet, es ist sehr unkompliziert.

Nun gibt es viele, die wollen ihre Sachen nicht einfach wegwerfen. Das kann ich verstehen. Wenn ihr sie nicht verkaufen wollt, ist spenden eine gute Idee.

Hier sind ein paar Orte in Leipzig, wo man seine Sachen spenden kann:

 

  • Die Heilsarmee Leipzig

Second Hand Laden “zweite Chance” in Stötteritz, Kolmstraße 2; hier kann man kleine Sachen in den Laden bringen

Größere Dinge, wie Möbel, bitte nach Paunsdorf, in die Möbelzentrale bringen. Alle Infos, hier.

 

  • Lenes Tauschbox im Lene Voigt Park

 

 

 

 

  • Haus Tante E; eine Initiative für Straßenkinder; Rosa-Luxemburg-Straße 38; Interesse an Kinderkleidung

 

  • Kinderheime können immer etwas gebrauchen; bitte direkt nachfragen.

 

  • Kleiderkammern in Leipzig (Diakonie):

Die Kleiderkammern in Leipzig sind Angebote der ökumenischen Kontaktstube für wohnungslose Menschen.

Standort Gohlis: Kleiderkammer Passgenau; Georg Schuhmann-Straße 172

Standort Zentrum Süd-Ost: Kleiderkammer der Leipziger Oase; Nürnberger Straße 37; immer Mittwochs 12 Uhr geöffnet

 

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