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Wenn die Geburt zum Albtraum wird.

Viele Geburten sind wunderschön. Andere nicht. Die meisten brauchen nicht lang im Kreißsaal und haben vorher so viele Horrorgeschichten gehört, dass sie ganz erstaunt sind, wenn es “gar nicht so schlimm war”. Andere Frauen widerum bekommen große Babys mit großen Köpfen oder erleben Übergriffe und Fremdbestimmung, die Traumata hinterlassen kann. Manchmal passieren furchtbare Krankenhausfehler und manchmal ist es einfach ein schreckliches Unglück. Ich möchte heute eine Frau zu Wort kommen lassen, die es schwer hatte. Wenn du gerade schwanger bist, möchte ich dich bitten, hier nicht weiter zu lesen. Ihre Geschichte ist einzigartig und ganz speziell.

 

Moni hatte sich ihre Geburt ganz anders vorgestellt. Als Erstgebärende wusste sie nicht, was auf sie zukommt, aber trotzdem hatte sie genug gelesen und gehört, um Angst zu haben. Die Angst wurde immer größer, je näher der Entbindungstermin rückte.

Ihr Junge hatte einen großen Kopfumfang, das konnte man vorher schon sehen. Moni trank Himbeerblättertee, machte Heublumendampfbäder, Akupunktur, Geburtsvorbereitung und setzte sich in Heublumendampfbäder. Alles, damit der Muttermund schön weich werden sollte. Aber alles kam anders als gedacht.

Der Geburtstermin rückt näher, kam und verging. Moni wartete immer noch. Eine Woche später folgte eine Einleitung mit einer Eipollösung und einem Wehenmittel in Tablettenform. Um die Wehen langsam kommen zu lassen, bekam sie nur die Vierteldosis. Doch die schlug ein. Moni bekam sehr schnell jede Minute eine Wehe und hatte das Gefühl weder die Wehen noch ihren Körper im Griff zu haben. Die Wehen waren aber effektiv und linderten sich in der Wanne etwas. Das Krankenhaus, in dem sie waren, war ihr Wahlkrankenhaus und ist bekannt für seine schönen Geburten, bei denen auf die Mutter eingegangen wird und viel Zeit und Ruhe herrscht. Die Kaiserschnittrate in diesem Krankenhaus ist nicht noch.

Ihr Lebensgefährte war Moni in der Zeit der Geburt die größte Hilfe. Er hielt in jeder Wehe ihre Hand und allein seine Präsenz gab ihr das Gefühl von Sicherheit. Während der Geburt stellte sich heraus: Ihr Junge war ein Sterngucker Baby und hatte die Nabelschnur um den Hals.

Bei vollem Bewusstsein wurde ein Not-Kaiserschnitt durchgeführt. Das bedeutete, dass Moni ihr Lebensgefährte allein im Kreißsaal blieb, während sie schnell weggebracht wurde und bei vollem Bewusstsein ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, um das Baby zu retten. Der absolute Horror für Moni. Ihre schlimmster Albtraum wurde damit Realität. Ausgeliefert, hilflos und allein fühlte sie sich. Am Ende der Geburt liefen die Ärzte mit dem Baby weg und niemand sagte ihnen, was los ist.

Moni selbst fühlte lediglich Erleichterung, dass es vorbei ist. Sie fühlte Schmerz, Entsetzen und Stille. Nach einer Stunde wurde den Beiden ihr Junge gesund gebracht und das Bonding geschah beim Papa. Moni war in diesem Moment froh darüber. Zu groß war die psychische und physische Betroffenheit über diese Geburt, die ihre tiefste Angst wahr hat werden lassen.

Leider hatte das Drama damit kein Ende. Ihr kleiner Junge hatte Gelbsucht, trank schlecht und wurde nachts im Wärmebettchen mit Pre-Nahrung von den Schwestern gefüttert. Immer noch empfand Moni einfach nur tiefe Erleichterung darüber, dass die Geburt vorbei war und ihr jemand das Baby abnahm und half. Die Tatsache, dass dieses Kind ihr Baby ist, konnte sie kaum akzeptieren und begreifen.

Durch alle vorhergehenden Komponenten und eine besondere, seltene Brustkonstitution, klappt das Stillen nicht. Moni bekam Abszesse, Milchstau, Brustentzündungen und irgendwann die Lösung, komplett abzustillen. Mit dabei: Eine wunderbare Hebamme, ohne die es niemals so gütlich und ohne Wochenenddepression abgelaufen wäre.

Moni sagt: “Die Zeit lässt vergessen. Dabei ist Hilfe im Haushalt unerlässlich.” Und: “Es geht anderen viel schlechter.”

Moni weiß, sie ist ist nicht die Einzige mit einem Notkaiserschnitt. Trotzdem ist es für sie ein Prozess gewesen, Mama zu werden. Man sieht, so sagt sie, bei Instagram bei den anderen Müttern, wie toll alles ist und “man selbst sitzt zu Hause mit einem schreienden Säugling und hat Milchstau.” Für Moni hat es Zeit gebraucht, dass sie ihre Gefühle annehmen konnte. Besonders hat ihr dabei ihr Partner, ihre Mama und ihre Hebamme geholfen. Sie hat sich Hilfe gesucht.

Nach einiger Zeit hatte sich die Kaiserschnittnarbe wieder entzündet und nach 5 Monaten sind immer noch Plazenta Reste in ihrer Gebärmutter, die wahrscheinlich herausgeholt werden müssen.

Doch Moni ist tapfer. Sie kämpft sich durch und ist inzwischen Mama mit ganzem Herzen.

 

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