Nachdenkenswertes
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Wer bin ICH eigentlich noch, seit ich Mutter bin? Über Selbstfürsorge und Selbstfindung. 1000 Fragen an mich selbst #1 und #2

 

Johanna vom Blog Pinkepank hat dazu aufgerufen, dieses Jahr 1000 Fragen zu sich selbst zu beantworten. Das geht nicht plötzlich, sondern Stück für Stück.

Es geht ums Kennenlernen von sich selbst. Jeder kann mitmachen. Auch wenn man kein Blogger ist. Denn es ist doch so: Der Alltag ist voll von uns Müttern und Vätern. Wir drehen und wenden uns und versuchen immer, die Bälle in der Luft zu halten. Aber wieviel Zeit nehmen wir uns für uns selbst, fürs Nichtstun, für die Banalität (entschuldige Johanna), 1000 Fragen über uns selbst zu beantworten. Eben, keine. Ich wollte erst nicht mitmachen. Individualität und so. Aber es ist eine gute Sache, und sie wird uns über die ersten Wochen des Jahres begleiten. Und gerade weil ich momentan das Gefühl habe, keinerlei Zeit für irgendwas zu haben, ist dies eine gute Sache um innezuhalten.

Vielleicht ist es zu Ich-bezogen. Zu egozentrisch. Aber die Frage bleibt dennoch: Wer ist Priska? Ich bin nicht “nur” Mama. Und ich frage mich, wie sich dieser Mensch verändert hat in den letzten Jahren. Die einzelnen Aufgaben im Leben machen einen zu der Person, die man dann schlussendlich ist. Johanna´s Projekt ist für mich ein guter Moment um innezuhalten und mir den Luxus zu gönnen, mich mal nur mit mir selbst zu beschäftigen. Denn wir Mütter machen meistens alles andere, als Selbstfürsorge. Dabei ist es so wichtig, dass wir als Mütter glücklich sind, in uns ruhen und uns auch um uns selbst bemühen. Und dies ist auch, was ich meinen Mädchen mitgeben möchte.

Wenn ihr noch mitmachen wollt: Es ist nie zu spät. Und man muss auch nicht jede Frage beantworten. Die Beantwortung dieser Fragen ist sehr privat und persönlich. Man macht sich nackig und ich habe mir gut überlegt, ob ich teilnehmen will. Das Internet vergisst nicht und so…

Da ich viel zu spät dran bin, aufgrund der Krankheiten, der Feierei und all dem Trubel des Alltags, beantworte ich gleich 40 Fragen.

Ihr wolltet schon immer mehr über mich wissen? Na dann los.

 

 

1.Wann hast du zuletzt, etwas zum ersten Mal getan?

Hier musste ich wirklich nachdenken. So eine herausfordernde Frage.Ich musste sogar meine Mädchen fragen, aber denen ist richtig viel eingefallen. Mein persönliches Highlight: Das erste Mal mit 3 Kindern im Schwimmbad und in der Sauna. Ich hab mir selbst auf die Schultern geklopft.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?

Mit meinen Mädchen und meinem Liebsten. Und ja, ich habe noch Freundinnen. Viele. Aber auch nur eine Handvoll, die mir sehr nah steht und die ich wirklich sehr liebe. Ich lerne, hier mehr Abstriche zu machen und den wirklich wichtigen Menschen im Leben, dafür mehr Raum. Ich kann nicht jedem nach der Geburt Essen vorbeibringen und ich kann nicht mit jedem Kaffee trinken. Dann könnte ich nie mehr arbeiten.

3.Worauf verwendest du viel zu viel Zeit?

Diese Frage assoziiert etwas Negatives. Ich würde jedoch sagen, dass ich viel zu viel Zeit darauf verwende, alle 3 Mädchen zu bemuttern. Und sie verliebt anzustarren. Und Wäsche zu waschen. Und Whatsapp zu schreiben. Das ist definitiv ein Zeitfresser. Aber es ist mein Fenster nach Draußen. Ich schreibe sogar mit meinen Nachbarinnen whatsapp. Obwohl wir nur die Fenster öffnen und uns zurufen müssten.

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?

Über die meiner Lele. Sie ist unglaublich trocken und lustig. Wortwitze, trockene Witze und eine Prise Sarkasmus und Ironie. Sie ist so lustig.

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5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?

Früher ja. Mir fiel es schwer, zu zeigen, wer ich wirklich bin. Seit unserer Hochzeit vor 4 Jahren hat sich das geändert. Ich habe überall und permanent Tränen in den Augen und bin da inzwischen relativ schamlos. Wobei ich mehr mitfühlend weine, als um mich selbst. Da habe ich sicherlich immer noch eine gewisse Sperre.

6. Woraus besteht dein Frühstück?

Müsli. Und Kaffee. Manchmal noch Obst.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?

Merlind. Ganz viele. Mit viel Lachen und Kichern.

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?

Wir sagen oft dasselbe in vielen verschiedenen Sätzen und denken dabei darüber nach. Das nervt. Wir bleiben stehen, wenn wir nachdenken müssen. Und ich hoffe, ich hab ihren Stil für Kleidung und ihre tiefe Weisheit geerbt. Und ihre fantastische Haut. Sie ist wunderschön.

9. Was machst du morgens als erstes?

Schlaftrunken Lele helfen, sich anzuziehen.

10. Kannst du gut vorlesen?

Ja. Allerdings lese ich so oft vor, dass ich mich absolut langweile und immer gähnen muss, dabei. Oder meine Atmung ist falsch, ich weiß nicht genau.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Keine Ahnung. Ich versuche allerdings, diese Weihnachtsfreude unseren Kindern auch zu lassen.

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen?

Ein zweites Auto.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gern?

Ich wäre gern tougher. Und geduldiger.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

Aktuell netflixen wir. (Ja, das ist ein Verb.) Wir lieben Serien. Warte, hier geht es nicht um uns, sondern um mich. Ich liebe Serien. Und alte Filme. Grease, Marilyn Monroe, Frühstück bei Tiffany…

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?

Letztes Jahr im Herbst. Wir haben Jahreskarten für Belantis und fahren auch regelmäßig zum Playmobilpark.

16. Wie alt möchtest du gern werden?

Eigentlich ist mir das egal, so lange ich noch meine Enkel sehen kann und mit meinem Liebsten im Schaukelstuhl sitzend im Sommer in Schweden bin und ich rüstig und gesund noch auf der Kanzel stehen und predigen kann.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?

Schweden. Immer wieder Schweden.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?

Existenziell. Kinder und ein ganzes Leben hängen mit dran. Ich hoffe und bete also, dass mir das nie wieder passieren möge.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?

Früher war es nicht leicht, “Priska” zu heißen. Zu oft wurde nachgefragt. Aber inzwischen liebe ich ihn sehr. Und auch der angeheiratete Nachname passt wunderbar zu mir.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?

Jedes Semester einmal. Mindestens. Ich zweifel immer wieder an meiner Entscheidung für diesen verrückten Werdegang. Theologiestudium mit 3 Kindern.

 

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21. Ist es dir wichtig, was andere von dir denken?

Ich arbeite daran, dass es mir nicht mehr wichtig ist. Menschenfurcht bremst und macht klein. Ich nehme Kritik von einer Handvoll Menschen sehr ernst und denke darüber viel nach. Aber alles andere sollte uns wirklich nicht kümmern. Genauso versuche ich auch, andere Menschen weder in Gedanken noch durch Worte zu verurteilen.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten?

Die Nacht. Ich bin eine Nachteule und werde nach 24 Uhr richtig aktiv. Richtig toll, wenn man kleine Kinder hat…nicht. Ich habe hier schon mal darüber geschrieben.

23. Kannst du gut kochen?

Ich koche gut. Ich bin kein Meisterkoch und koche definitiv nicht so gut wie unsere Mütter. Ich lerne immer noch, vor allem die guten alten “Hausfrauen”- Rezepte unserer Mütter und Großmütter. Mein lieber Mann kocht Gans, Ente, Rouladen, grüne Klöße, Braten… er traut sich all das, um das ich lieber einen großen Bogen mache. Dafür probiere ich gern neue Rezepte. Vegan, asiatisch… ich koche alles querbeet. Am liebsten aber backe ich. Ich bin nicht perfektionistisch genug für grandiose Torten, aber schmecken tut es immer.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?

Das ist eine Frage, die ich wirklich nicht beantworten kann. Wahrscheinlich der Sommer, weil ich so unfassbar viel Energie habe und vor Ideen übersprudele und der Sommer mit seinen langen Abenden genau diese Freiheit und Losgelöstheit versprüht, die ich so sehr liebe.

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?

Wir machen das immer mal Sonntags. Zumindest sind das häufig Tage, an denen wir einfach nur zu Hause oder im Garten sind. Ich weiß nicht, ob es Tage gibt, an denen ich gar nichts mache. Im Urlaub vielleicht. Da ist sogar das Handy aus.

26. Warst du ein glückliches Kind?

Ja. Absolut. Ich war behütet und meine Großeltern haben bei uns mit im Haus gewohnt. Das war für mich wunderschön. Ich hab viel gespielt, in unserem Garten geschaukelt und hab einfach stundenlang gelesen, geschrieben oder die Puppen umgezogen. Ich war verwöhnt, da ich 10 Jahre lang allein war. Dann kamen meine Brüder und mein Leben wandelte sich um 180 Grad. Meine Eltern haben mir versucht, alles zu ermöglichen. Ich bin selbstbewusst und stark und mutig erzogen worden und hatte immer viele Freunde. Ich mache viel bei meinen eigenen Kindern wieder so.

27. Kaufst du oft Blumen?

Als wir noch beim besten Blumenladen der Stadt um die Ecke gewohnt haben, ja. Jetzt nicht mehr. Dafür kauft mir der Mann regelmäßig welche. Und ich freue mich jedesmal. Da er seiner Mama auch immer wieder Blumen kauft, werde ich wohl hoffentlich mein ganzes Leben lang welche bekommen:)

28. Welchen Traum hast du?

Unglaublich viele. Viele große, auf die ich langjährig hin arbeite. Der nächste ist der Abschluss meines Studiums. Mein ganz großer Traum ist ein kleines Haus im Wald mit Bootssteg in Skandinavien. Und dort sitze ich im Sommer mit meinem Liebsten und wir warten darauf, dass unsere Kinder mit ihren Enkeln kommen und den Sommer mit uns verbringen.

29. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt?

Ich glaube, ich bin schon 8x im Leben umgezogen. Und es wird wohl auch noch öfter passieren. Aber jetzt wohnen wir erst einmal im Haus und das hoffentlich auch ein paar Jahre.

30. Welches Laster hast du?

Schokolade. Und Klamotten. Aber vor allem Schokolade. Und vielleicht noch Bücher und Netflix. Oh, Bücher sind definitiv ein Laster.

 

 

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Ich lese zu viel, zu schnell und zu durcheinander. Mein letztes Buch ist aktuell William Paul Young, der Autor von “die Hütte” mit seinem neuen Buch “Lügen, die wir uns über Gott erzählen”. Ein fantastisches Buch.

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?

Ich hatte noch nie lange Haare. Sie wachsen unendlich langsam und sind normalerweise sehr dünn. In den letzten Jahren hatte eine fantastische Friseurin und tolles Schampoo und seitdem sind sie füllig und werden immer länger. Meine Traumlänge haben sie immer noch nicht erreicht. Ehrlich, da muss ich erst 32 Jahre alt sein um lange Haare zu haben.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?

Leider ja. Ja. Und ich schäme mich. Also eigentlich auch ein Laster. Ich versuche, es regelmäßig wegzulegen und mache abends den Flugmodus an. Trotzdem. Ich hasse es. Vielleicht ist es auch normal als Blogger und ohne das Ding, könnte ich gar nicht so arbeiten, wie ich es eben tu. Doch oft wäre mir ein Leben ohne Handy sehr viel schöner.

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?

Wahrscheinlich werden wir nie zufrieden sein mit dem, was wir haben. Aber wir haben uns gerade das Haus gekauft. Daher ist es natürlich wenig. Aber es reicht immer. Wir können uns und den Kindern die Dinge kaufen, die wir brauchen. Und das ist viel mehr als manch anderer kann. Also nein, viel ist es nicht. Aber wir sollten alle viel mehr zufrieden sein.

35. In welchen Laden gehst du gern?

Ich shoppe gern online. Aus Gründen. Aber ich bin treuer Stammkunde im wunderschönen Spielzeugladen in Gohlis, im wunderschönsten Blumenladen der Stadt und in der süßen Biodrogerie. Sostrene Grene im P.C. wird es wohl auch noch werden.

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Ich liebe Gin Tonic. Ansonsten auch gern Erdbeer Daiquiri oder Radler. Aktuell Säfte oder alkoholfreies Bier. Stillende Mütter.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist zu gehen?

Nein. Ich verstehe die Frage nicht. Ich bin immer die Letzte, die geht. Fragt meinen Mann. Ich verquatsche mich immer. Und bin eine Nachteule. Und ich kenne zu viele Menschen. Und ich bin gesellig.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?

Ich will mich eigentlich nicht selbstständig machen. Ich arbeite und hänge im Wartemodus, will einfach wieder als Pastorin/Pfarrerin arbeiten. Das geht mit so kleinen Kindern schlecht. Und der Weg tut sich noch nicht auf. Mein zweiter Traum war immer, zu schreiben. Und das mache ich. Und damit bin ich selbstständig und verdiene Geld und inzwischen ist das ein Nebenjob, der uns gut tut und mit dem ich mir das Studium ermögliche.

39. Willst du immer gewinnen?

Nein. Ich war noch nie ein Wettkampf-typ. Mir tun die Verlierer auch immer so leid, dass ich manchmal absichtlich nicht gewinne. Total plemplem. Aber ja, Wettkampf ödet mich an. Ich bin mehr der “Kommt-wir-haben-Spaß”- Typ.”

40. Gehst du in die Kirche?

Ja. Früher jeden Sonntag. Jetzt immer dann, wenn alle gesund sind und wir nicht gerade vor Erschöpfung auf dem Zahnfleisch kriechen. Wir wechseln zwischen Landeskirche und Freikirche. Ich bin in der Freikirche groß geworden und habe dort auch gearbeitet. Inzwischen bin ich Mitglied in der Landeskirche und fühle mich da auch sehr wohl. Nur manchmal packt mich die Sehnsucht nach heimischen Gefilden. Und dann weiß ich nicht, was ich eigentlich Sonntags auf den harten Stühlen mache…

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Fortsetzung folgt…

 

 

Foto 2,3 und 4 von Juliane Weicker

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