Allgemein, Elternzeit, Familie
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Von der Vereinbarkeit, meiner Vereinbarkeit.

 

Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für uns.

Privat hatten wir einiges zu bewältigen, Ostern war auch noch, dann kam die Hochzeit meines Bruders, eine Hausarbeit, ein Buchprojekt, die neue Datenschutzverordnung, die es nötig machte, meinen Blog auf eine .de Adresse umzuziehen und die mich viele Stunden Arbeit kosten wird, ein paar Artikelaufträge und natürlich der alltägliche Wahnsinn. Wäscheberge. Konzertauftritt. Zahnarzt. Optiker. Das Haus. Der Garten. Und mittendrin steh ich, eine 3fache Mama, Studentin, freiberuflich und immer am hin- und herdrehen. Nie stehe ich still. Jeden Tag ist irgendetwas. Und wenn es das Treffen von Freunden ist. Permanent habe ich das Gefühl, nie allem gerecht werden zu können.

Ich lebe das Pareto Prinzip, 80% sind super. Damit komme ich gut klar. Und ja, ich kann auch die Küche unordentlich sein lassen und ein Buch lesen. Ich kann das gut von mir abspalten. Ich gehe zum Sport, ich treffe Freundinnen alleine. Ich gehe zum Friseur und gönne mir auch neue Kleidung. Ich würde sagen, dass ich mir selbst so bewusst bin, dass ich auf mich aufpasse. Und ja, im Gegensatz zu manch anderen Müttern, geht es mir sehr gut.

Ich habe familiäre Hilfe, die besser nicht sein könnte. Wir haben damit ein großes Netz und fallen nicht tiefer als 50cm, wenn überhaupt. Ich habe mir Babysitter gesucht, die morgens mit Frida spazieren gehen und mit den Mädchen spielen. Dadurch habe ich Zeit zum Arbeiten. Der Mann packt ganz toll mit an. Im Gegensatz zu so vielen anderen Männern, sieht er, was getan werden muss. Und er ist total schnell. Ein Prachtexemplar von Mann. Danke an meine Schwiegermutter für diese fantastische Erziehung.

cof

Und trotzdem, trotz allem, trotz dem Luxus, dass wir entschieden haben, unsere Mädchen möglichst ohne Fremdbetreuung groß werden zu lassen, habe ich ein Vereinbarkeitsproblem. Und das beginnt nirgendwo anders als im Kopf. Theoretisch habe ich so viel Zeit mit unseren Mädchen wie kaum jemand anderes. Praktisch arbeite ich aber bestimmt 5-6h am Tag zu Hause. In der Zeit spielen die Kinder selbstständig, Frida schläft (oder der Babysitter ist da) und abends muss ich auch noch 1-2h was machen. Auch am Wochenende. Manchmal nehme ich mich bewusst raus und habe sofort ein schlechtes Gewissen. Falscher Ehrgeiz? Vielleicht.

Vielleicht nehme ich mir auch zu viel vor. Vielleicht will ich zu viel und bin dann gehetzt wenn es nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. So viel bleibt liegen. Ich kann den Berg nicht mehr abarbeiten und vielleicht ist das auch normal und vielleicht ist das auch gut so. Es bedeutet, dass zu viel Arbeit ist, dass es uns gut geht und ich mich definitiv nie langweilen muss.

Und ja, es ist Kopfsache, denn ich lebe so, wie ich lebe, damit ich immer wieder die Balance finden kann zwischen Kindern und Job, zwischen Haushalt und Uni. Und genau an diesem Punkt bin ich wieder angekommen. Die Balance ist in Schieflage geraten. Wir sind ein wenig zur einen Seite gekippt und haben vergessen, die andere auszuleben. Veronika geht es auch so. Sie schreibt genau heute, woran ich gerade tippe.

Und wisst ihr was? Ich liebe meine Mädchen und sie kommen an erster Stelle. Ich kuschel gern mit ihnen, ich bin gern mit ihnen zusammen und verbringe Zeit mit ihnen und seit ein paar Wochen kommt das zu kurz. Es ist zu wenig Zeit da. Und deshalb müssen die Prioritäten verschoben werden. Dann bleibt die Wäsche eben liegen, dann bleibt der Boden einen Tag länger schmutzig. Dann ist der Schreibtisch eben nicht mehr aufgeräumt. Es geht nicht alles. 3 Kinder, Gesundheit, eine schöne Ehe, eine glückliche Priska, Arbeit, Uni, Freunde, Haus… um das gesund auf die Reihe zu bekommen, braucht man Hilfe und die muss man lernen, anzunehmen. Abgeben, deligieren und dafür dankbar sein. Das ist die einzige Lösung. Nicht hadern. Alleine kann man das nicht alles schaffen.

Geht es euch auch manchmal so? Wie schafft ihr es, alles unter einen Hut zu bekommen?

 

cof

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